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Licht für dunkle Tage

01.12.2017     ERWIN MEIER-HONEGGER, Garten-Center Meier, Dürnten

Ganzjährig frische Gewürzpflanzen in der eigenen Küche zu ernten – das wünschen sich viele Hobbyköche. Dafür reicht jedoch meist das Licht nicht aus. Abhilfe schafft eine neue Generation von Pflanzenleuchten: Die LED-Technik strahlt gezielt in den Wellenlängen, die Pflanzen von Natur aus brauchen.

Bis vor Kurzem waren hochwertige LED-Pflanzenleuchten nur für den professionellen Einsatz im Gartenbau erhältlich. Inzwischen gibt es solche Leuchtmittel auch zu erschwinglichen Preisen für den Hausgebrauch. Sie sind nicht nur effektiv, sondern durch ihr ansprechendes Design auch eine Zierde. Praktisch sind Modelle mit Teleskop-Fuss, die sich direkt in den Topf stecken lassen. Ebenfalls nützlich sind beleuchtete Behälter für die Anzucht und den Mini-Garten in der Küche.

Weisses Licht hält Pflanzen gesund

LED-Pflanzenlampen gibt es in unterschiedlichen Lichtspektren. Die Auswahl richtet sich nach dem Verwendungszweck. Soll die Lampe für den Erhalt, zur Anzucht oder aber zur Überwinterung der Pflanzen eingesetzt werden? Um eine Pflanze gesund zu erhalten, eignen sich weiss-leuchtende Pflanzenlampen. Während ein gekaufter Topf Basilikum in der Küche auf dem Fenstersims meist nur für zwei Wochen hält, lassen sich bei einem Basilikum unter LED-Pflanzenbeleuchtung bis zu drei Monate lang aromatische, sattgrüne Blätter ernten. Weisses Pflanzenlicht ist zudem für Zimmerpflanzen in dunklen Ecken geeignet. Für die Überwinterung von mediterranen Kübelpflanzen an kühlen, aber dunklen Standorten sind hingegen Pflanzenlampen mit blau-weissem Lichtspektrum gefragt (siehe Kasten «Überwintern von Südländerpflanzen»).

Rot-Blau fördert die Blattbildung

Weisses Licht setzt sich aus allen Lichtfarben zusammen. Um einen besonderen Effekt zu erzielen, werden Pflanzenlampen mit mehr Blauoder Rotanteil sowie einer Kombination aus beidem hergestellt. Während blaues Licht das Blattwachstum fördert, spricht rotes Licht die Blütenbildung, Blühdauer, Fruchtreife und das Sprosswachstum an. Beide Farben dürfen bei der Anzucht nicht fehlen. Sie sorgen unter anderem dafür, dass sich der von uns ausgesäte Salat in der Küche gut entwickelt. Bei Pflanzen, die blühen und an denen Früchte ausreifen sollen – wie beispielsweise Chili-Schoten –, hilft eine grosse Portion rotes Licht. Damit wird die Gesundheit der Pflanze erhalten, nicht jedoch ein schnelles Wachstum gefördert.

Auf Nährstoffe und Feuchtigkeit achten

Licht allein reicht für eine erfolgreiche Winterkultur von Kräutern und Gemüse allerdings nicht aus. Es müssen alle Parameter stimmen, damit eine Pflanze gedeiht. Zusätzlich zum Wasser für die Wurzeln ist eine Luftfeuchtigkeit von 50 bis 80 Prozent nötig. Deshalb ist regelmässiges Besprühen unerlässlich. Auch das Substrat für die Wurzeln und die darin enthaltenen Nährstoffe müssen stimmen. Das gilt sowohl für die Erd- als auch für die Hydrokultur. Zudem sollte die Pflanze weder zu kalt noch zu warm stehen. Mit 22 Grad Zimmertemperatur kommen die meisten Pflanzen gut zurecht. Stehen Kräuter jedoch auf der Heizung an einem sehr trockenen, warmen Standort, kann auch die beste Beleuchtung wenig ausrichten. Licht, Feuchtigkeit, Wärme und Nährstoffe sind für gesunde Pflanzen gleichermassen entscheidend. Dabei setzt der schwächste Faktor die Grenzen für das Wachstum. Fehlt ein Baustein, können die übrigen dies nicht ausgleichen.

Microgreens

Besonders attraktiv ist die Anzucht von Kräutern und sogenannten Microgreens in der eigenen Küche. Auch Pflücksalat lässt sich im Winter unter geeigneten Bedingungen gut in der Wohnung ziehen. Schon eine Handvoll Rucola aus eigenem Anbau bringt viel Aroma auf den Teller.

Überwintern von Südländerpflanzen

Für alle Südländerpflanzen gilt folgender Grundsatz: Je kühler der Überwinterungsstandort, desto düsterer darf es darin sein. Und je wärmer der Ort, desto heller muss es sein. Da es in unseren Breitengraden im Winter generell eher düster ist, eignen sich kühle Standorte mit einer Temperatur von fünf bis zwölf Grad Celsius. Diese Temperatur erlaubt es den Pflanzen, in eine Ruhephase überzugehen. Bei einigen Pflanzen fördern niedrige Temperaturen den späteren Blütenansatz.

Unter wintergartenähnlichen Bedingungen ist trotz niedrigen Sonnenstands, bewölkten Himmels und kurzer Tage ausreichend «natürliches» Licht vorhanden. In Treppenhaus, Garage, Keller oder Hausflur ist es jedoch meist zu warm und zu düster. An solchen Standorten muss mit künstlichem Licht respektive LED-Überwinterungslampen nachgeholfen werden. Die Leuchtdauer sollte nicht über zwölf Stunden betragen, acht Stunden täglich reichen erfahrungsgemäss aus. In sehr hellen und kühlen Winterquartieren kann die Leuchtzeit auch reduziert werden.

Überwinterungslampen verfügen nur über wenig Leuchtstärke in den roten Wellenlängen, sind aber sehr hell im kaltweissen und blauen Bereich. Das gibt den Pflanzen viel Energie, ohne einen Wachstumsschub auszulösen. So können sie den Winter über verharren und sind im Frühjahr fit für das Auswintern. Die 7-Watt-Variante leuchtet ca. 0,9 m² aus, die 18-Watt-Überwinterungslampe reicht für etwa 1,5 m². Stehen die Pflanzen an einem sehr dunklen Ort – ganz ohne Tageslicht –, oder überwintert man Pflanzen, die einen sehr hohen Lichtbedarf haben, gelten ungefähr die halben Flächenangaben.

Die Pflanzenlampe Grow Light Winter wurde speziell zur Überwinterung von Zitruspflanzen und Sukkulenten entwickelt. Geeignet ist die Lampe auch für Pelargonien, Fuchsien, Margeriten, Engelstrompeten, Topfrosen und Himmelsaugen sowie mediterrane Bäumchen wie Olive, Zitrone, Feige, Agapanthus, Eukalyptus und Bougainvillea. Die Lampe verfügt über die optimalen Wellenlängen, um die Pflanzen über den Winter mit Licht zu versorgen. Sie ist mit LEDs der weissen und blauen Wellenlängen ausgestattet. Das Vollspektrum-Licht (400 bis 700 nm) der weissen LEDs fördert und erhält das Wurzelsystem in der kalten Jahreszeit. Zusätzlich unterstützt das blaue Licht (430 bis 450 nm) den Erhalt der Blätter und fördert deren Wachstum.

WEITERE INFOS

Die Gärtnerinnen und Gärtner vom Garten-Center Meier in Dürnten stehen Ihnen für Fragen zur Überwinterung gerne zur Seite. www.meier-ag.ch